Euskirchener Weihnachtsmarkt, nur Unvermögen oder auch Absicht?

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Ein Diskussionsbeitrag von Dieter Hassen

Schon seit Jahren kriegen die Verantwortlichen in Euskirchen keinen ansprechenden Weihnachtsmarkt hin. Aber in diesem Jahr ist es ganz besonders schlimm. Der Alte Markt bietet sich schon vom Ambiente her eigentlich an, bis auf die Bausünde des Zeiger-Baus natürlich.

Aber die vereinzelten Buden stehen noch weit auseinandergezogen woanders. Durch Privatinitiative wurde dann wenigstens ein Weihnachtsbaum gestiftet und aufgestellt. Der stand einige Tage ohne Licht völlig nackt da so herum, bis dann wieder von privat eine Lichterkette angebracht wurde. Die Dekoration fehlt ansonsten auch jetzt noch. Der Stadtmarketingverein konnte die Dekoration aus früheren Jahren einfach nicht mehr auffinden. Mitleidige Passanten haben aus eigenen Beständen mittlerweile schon etwas an Baumschmuck hinzugefügt.

Jahr für Jahr wurden die Bürger von der Verwaltung auf das nächste Jahr vertröstet, wo dann alles besser werden sollte. Das Unvermögen der Verantwortlichen war in der Kreisstadt schon ein immer wiederkehrendes beliebtes Gesprächsthema. Aber in diesem Jahr kommt ein anderer Aspekt dazu: vielleicht will die Stadt den Weihnachtsmarkt gar nicht mehr verbessern, sondern langsam einschlafen lassen. Vom 15. bis 17 Dezember gab es in diesem Jahr ein neues Event auf dem Klosterplatz, nämlich die “Klosterlichter”, eine banale Lichterschau mit angestrahlten Bäumen und Tüchern. Immerhin wurde der Klosterplatz, der sonst meist von jugendlichen Drogendealern und -konsumenten frequentiert wird, etwas aufgehübscht. Aber mit dem christlichen Weihnachtsfest hatte das nichts mehr zu tun. Soll das der Trend der Zukunft auch für Euskirchen sein? Die vorweihnachtliche Ausstellung im alten Casino mit dem Namen “Sternenfest” würde dazu passen.

Aber ich wage mal zu behaupten, dass die große Mehrheit der immer noch christlichen Bürger Euskirchens lieber einen vernünftigen Weihnachtsmarkt in ihrer Stadt sehen möchten als irgendwelche undefinierbaren “Sternenfeste” oder “Lichterfeste”. Unser christliches Weihnachtsfest ist voll von unseren schönen, unverwechselbaren Traditionen. Diese Traditionen sind etwas Buntes und Besonderes und kein undifferenzierter kulturloser Einheitsbrei. Liebe Freunde, lasst uns bunt bleiben in unseren jeweiligen Traditionen in Europa und der Welt und feiern wir unser Weihnachtsfest so, wie wir es kennen und lieben und wie es nach unserem Verständnis Sinn macht! Wir werden die Entwicklung in Euskirchen aufmerksam beobachten. Wir wollen unsere Traditionen weiterhin mit Leben füllen, anstatt sie für multikulturelle und damit kulturfreie Neuerungen ohne Sinn und Verstand aufzugeben. In diesem Sinne: obstate principiis! Wehret den Anfängen! Andere Länder verzichten nicht auf ihre Traditionen, warum auch?
Wir sollten es auch nicht tun.

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